Privatinsolvenz Ablauf

Privatinsolvenz Ablauf 2021

Wenn ihnen die Schulden über den Kopf wachsen, Sie ihre Kreditraten nicht mehr bezahlen oder laufende Rechnungen nicht begleichen können, ist der einzige Ausweg meist die Einleitung der Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenz). Erfahren Sie mehr zum Ablauf und der Änderung bei der Privatinsolvenz im Jahr 2021.

Die Privatinsolvenz hilft ihnen, sich gesetzlich von ihren Schulden befreien zu lassen. Am Ende des Verfahrens steht die sogenannte Restschuldbefreiung und ihnen werden alle Schulden erlassen.

Für alle Insolvenzverfahren gilt rückwirkend seit dem 1.10.2020, für 2021 und die kommenden Jahre, dass diese nur noch 3 Jahre dauern, unabhängig davon, ob sie an die Gläubiger etwas zurückzahlen.

Was genau können wir dabei für sie tun?

Legitimation bei Ihren Gläubigern

Nach Auftragserteilung schreiben wir Ihre Gläubiger noch am selben Tag an und bitten um Übergabe von aktuellen Forderungsaufstellungen. Gleichzeitig machen wir auf Ihre besondere finanzielle Situation aufmerksam. In den meisten Fällen bringen die Gläubiger Zwangsvollstreckungsmaßnahmen zum Ruhen oder beantragen keine neuen Maßnahmen, weil sie wissen, dass unsere Kanzlei auf Insolvenzfälle spezialisiert ist. Die Zwangsvollstreckungen würden nur unnötig Geld kosten.

Feststellung Ihrer Gesamtschuldensumme 

Die Gläubiger werden uns in den nächsten Wochen aktuelle Forderungsaufstellungen zuschicken und uns u.a. mitteilen, ob die Forderungen abgetreten wurden und somit an die Stelle eines alten Gläubigers ein neuer Gläubiger getreten ist. Sobald uns die Höhe der Gesamtschulden bekannt ist, setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung, um den Inhalt des Schuldenbereinigungsplans zu besprechen. Dieser Plan ist zwingende Voraussetzung für die Beantragung der Verbraucherinsolvenz und muss auch gemacht werden, wenn Sie den Gläubigern Null € anbieten. Vielleicht wollen Sie eine Einigung mit Ihren Gläubigern durch eine für Sie tragbare Rate erzielen. Diese Dinge klären wir mit Ihnen persönlich ab.

Ausstellen der zwingend notwendigen Bescheinigung über das Scheitern des Einigungsversuchs

Die Bescheinigung über das Scheitern des außergerichtlichen Einigungsversuchs ist zwingend von einer geeigneten Person oder Stelle auszufüllen, Das kann eine staatliche Schuldnerberatung oder ein Rechtsanwalt sein.

Wir bescheinigen ihnen dabei, dass sie erfolglos versucht haben mit unserer Unterstützung eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern über die Schuldenbereinigung auf der Grundlage eines Plans zu erzielen.

In der Bescheinigung sind die wesentlichen Gründe für das Scheitern des Einigungsversuchs anzugeben. Der Anteil der zustimmenden Gläubiger nach Köpfen, der Anteil der zustimmenden Gläubiger nach Summen und der Anteil der Gläubiger ohne Rückäußerung sind aufzuführen die maßgeblichen Gründe für die Ablehnung des Plans müssen genannt werden.

Die Bescheinigung enthält ferner die Beurteilung des außergerichtlichen Einigungsversuchs und Aussichten für das gerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren. Wir bescheinigen damit, ob ein gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren aussichtsreich oder nicht aussichtsreich ist.

Aussichtsreich ist die gerichtliche Schuldenbereinigung, wenn außergerichtlich die sogenannte Kopf- und Summenmehrheit erzielt wurde. Dies ist der Fall, wenn die Mehrheit der Gläubiger mit der Mehrheit der Forderungen dem außergerichtlichen Plan zugestimmt haben.

Beispiel

Sie haben 10 Gläubiger mit einer Gesamtschuldensumme von 35.000 €. Sie haben für Gläubiger eine monatliche Gesamtrate von 300 € angeboten. 8 Gläubiger mit einer Gesamtschuldensumme von 30.000 € haben zugestimmt, 2 Gläubiger mit einer Gesamtschuldensumme von 5000 € haben abgelehnt.
Hier liegt Kopf – und Summenmehrheit vor, die gerichtliche Schuldenbereinigung könnte aussichtsreich sein.

Vorbereitung / Ablauf des Privatinsolvenzantrags

Wir bereiten bei entsprechender Auftragserteilung den Verbraucherinsolvenzantrag, der ca. 25 Seiten umfassen wird, für Sie vor. Da es beim Ausfüllen der Unterlagen rechtliche Fallstricke geben kann, raten wir Ihnen, diesen Antrag nicht ohne anwaltliche Hilfe zu stellen.

Die Antragsunterlagen sind so aufbereitet, dass Sie diese nur noch unterschreiben und abschicken müssen. Der wichtigste Schritt in die Schuldenfreiheit ist damit getan.

Was passiert im Privatinsolvenzverfahren?

1. Gerichtliche Schuldenbereinigung

Wenn außergerichtlich Kopf -und Summenmehrheit erzielt wurde, wird das Gericht nicht ohne Weiteres das Insolvenzverfahren eröffnen. Hier kommt das Instrument der gerichtlichen Schuldenbereinigung ins Spiel. Das Gericht kann anordnen, dass der außergerichtliche Plan als gerichtlicher Plan wiederholt wird. Dabei übersenden wir die notwendigen vom Gericht angeforderten Unterlagen für die Gläubiger. Das Gericht stellt den Gläubigern sodann den gerichtlichen Schuldenbereinigungsplan zu.

Beispiel

Von 10 Gläubigern mit einer Gesamtschuldensumme von 35.000 € stimmen im gerichtlichen Verfahren 7 Gläubiger mit einer Gesamtschuldensumme von 28.000 € zu 2 Gläubiger mit einer Schuldensumme von 5000 € lehnen ab, ein Gläubiger mit einer Schuldensumme von 2000 € äußert sich gar nicht.

Es liegt Kopf -und Summenmehrheit vor. Das Gericht hat nun die Möglichkeit, die Ablehnungen der Gläubiger durch eine Zustimmung zu ersetzen. Die Nichtäußerung des letzten Gläubigers gilt ebenfalls als Zustimmung. Das Verfahren endet dann mit einem Feststellungsbeschluss des Gerichts der beinhaltet, dass der gerichtliche Plan zustande gekommen ist. Der Plan ist auch für die ablehnenden Gläubiger bindend. Sie können also mit der Ratenzahlung beginnen. Wenn sie den Ratenplan einhalten, werden ihnen am Ende der Laufzeit die restlichen Schulden erlassen. Sie sind dann schuldenfrei.

2. Eröffnungsverfahren

Wenn wir ihnen bescheinigt haben, dass eine gerichtliche Schuldenbereinigung erfolglos ist, wird das Gericht das Privatinsolvenzverfahren eröffnen Die Dauer zwischen Antragstellung und Eröffnung des Insolvenzverfahrens liegt bei circa 4 – 6 Wochen. Sobald die Privatinsolvenz eröffnet wurde, beginnt auch die Laufzeit, die für alle Antragsteller bei 3 Jahren liegt.

3. Kostenstundung    

Unserem Antrag auf Privatinsolvenz ist ein Antrag auf Kostenstundung beigefügt. In der Regel bewilligt das Gericht die Kostenstundung für das Insolvenzverfahren. Würden wir diesen Antrag für sie nicht stellen, müssten sie einen Vorschuss von circa 1500 € – 2500 € an das Gericht überweisen, damit dieses das Insolvenzverfahren eröffnet. Sollten sie pfändbares Einkommen haben, so werden sie voraussichtlich in 3 Jahren die Gerichtskosten komplett zurückzahlen können. Sollten sie kein pfändbares Einkommen erzielen und können Sie dem Insolvenzverwalter auch nicht freiwillig einen monatlichen Betrag zahlen, so leben die Gerichtskosten am Ende der Privatinsolvenz wieder auf. Sie müssen diese Gerichtskosten aber nicht auf einmal begleichen. Das Gericht prüft bis zu 4 Jahren nach Beendigung, ob sie wirtschaftlich in der Lage sind die Gerichtskosten aufzubringen. Je nachdem, wie ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse aussehen, können Sie die vorher gestundeten Gerichtskosten in Raten bezahlen. Errechnet das Gericht, dass eine Ratenzahlung aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist, werden die Gerichtskosten in aller Regel nach 4 Jahren niedergeschlagen, das heißt das Gericht prüft nicht mehr und kommt auch nicht mehr auf sie zu.

4. Insolvenzverwalter

Mit dem Eröffnungsbeschluss bestellt das Insolvenzgericht einen Insolvenzverwalter. Sobald die Privatinsolvenz eröffnet wurde, werden alle Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gestoppt. Die Gläubiger dürfen weder Ihren Lohn noch Ihr Konto weiter pfänden. Das pfändbare Einkommen, sofern sie welches erzielen, wird an den Insolvenzverwalter abgeführt, dieser übernimmt die spätere Verteilung an die Gläubiger.

Der Insolvenzverwalter ist auch dafür zuständig, zu beurteilen, ob sie verwertbares Vermögen besitzen. In diesem Fall ist der Insolvenzverwalter berechtigt, dieses zu verwerten. Bitte beachten Sie, dass der Insolvenzverwalter nicht ihre rechtlichen Interessen, sondern die rechtlichen Interessen der Insolvenzgläubiger vertritt. Falls es zu Schwierigkeiten mit dem Insolvenzverwalter kommen sollte, unterstützen wir sie rechtlich. Da am Ende die Versagung der Restschuldbefreiung stehen kann, sollten sie nie ohne rechtlichen Beistand eine Auseinandersetzung mit dem Insolvenzverwalter führen.

Der Insolvenzverwalter wird ebenfalls ihre Gläubiger anschreiben und diese auffordern, ihre Forderungen zur sogenannten Insolvenztabelle anzumelden.

Nachdem der Insolvenzverwalter seinen Schlussbericht geschrieben und diesen dem Insolvenzgericht vorgelegt hat, kommt es zur Aufhebung des Insolvenzverfahrens Die Dauer zwischen Eröffnung der Privatinsolvenz und Aufhebung der Privatinsolvenz beträgt in der Regel 6 bis 8 Monate, manchmal kann es auch bis zu 12 Monate dauern. Die Aufhebung erfolgt durch einen Beschluss des Insolvenzgerichts.

5. Wohlverhaltensperiode

Mit Aufhebung der Privatinsolvenz beginnt die Wohlverhaltensperiode. Der Insolvenzverwalter wird sich einmal jährlich mit ihnen in Verbindung setzen und durch einen Fragebogen klären, ob sich bei ihnen wirtschaftliche oder persönliche Veränderungen ergeben haben.

Sowohl während des Eröffnungsverfahrens als auch in der Wohlverhaltensperiode haben sie gewisse Pflichten, die sich Obliegenheiten nennen. Die Obliegenheiten richten sich nach den §§ 287 a ff. InsO.

Zu den wichtigsten Obliegenheiten zählen 

  • die Erwerbsobliegenheit,
  • die Auskunfts- und Mitwirkungspflicht,
  • das Verbot der Gläubigerbenachteiligung, 
  • das Verbot, unangemessene Verbindlichkeiten zu begründen oder Vermögen zu verschwenden, 
  • die Herausgabeobliegenheit  

6. Restschuldbefreiung

Am Ende der Wohlverhaltensperiode steht die von allen Schuldnern ersehnte Restschuldbefreiung. Sie sind nun schuldenfrei. Alle Schulden, egal ob bei Banken, beim Arbeitsamt oder beim Finanzamt werden erlassen.

Forderungen aus unerlaubter Handlung wie zum Beispiel nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge, Forderungen aus Steuerhinterziehungen, Lohnsteuer für Arbeitnehmer, Bußgelder oder Geldstrafen sind von der Restschuldbefreiung nicht erfasst.

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