Schulden- und Insolvenzberatung
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Fragen und Antworten zum Thema Privatinsolvenz

Erfährt mein Arbeitgeber von meiner Privatinsolvenz?

Ihr Arbeitgeber erfährt von der Privatinsolvenz. Das geschieht, indem der Treuhänder oder Insolvenzverwalter sich bei Ihrem Arbeitgeber meldet, um das pfändbare Einkommen einzuziehen.

Ist eine Privatinsolvenz ein Kündigungsgrund?

Eine Privatinsolvenz und auch laufende Pfändungen sind kein Kündigungsgrund. In der Probezeit sollten Sie jedoch trotzdem aufpassen und nicht unbedingt Privatinsolvenz beantragen. Der Arbeitgeber muss die Kündigung in der Probezeit ja nicht begründen.

Muss ich bestimmte Fristen zur Antragstellung der Insolvenz einhalten?

Der Antrag auf Verbraucherinsolvenz als Form der Privatinsolvenz ist an eine Frist gebunden. Der Antrag auf Regelinsolvenz als Form der Privatinsolvenz ist an keine Frist gebunden. Die Frist beginnt mit dem Tag des Scheiterns des außergerichtlichen Einigungsversuchs und beträgt 6 Monate. Fristbeginn ist immer auf der Bescheinigung über das Scheitern, die Sie für die Verbraucherinsolvenz benötigen, notiert.

Stehen wir Ihnen auch während der Dauer des Insolvenzverfahrens als Ansprechpartner zur Verfügung?

Wir stehen Ihnen auch während der Dauer des Insolvenzverfahrens als Ansprechpartner zur Verfügung.

Welche Funktion hat der Treuhänder bzw. Insolvenzverwalter?

Der Treuhänder oder Insolvenzverwalter hat hauptsächlich die Funktion, vorhandenes Vermögen zu verwerten, pfändbares Einkommen einzuziehen und Sie bei Ihren Mitwirkungspflichten zu unterstützen. Im Grunde fungiert er im Interesse der Gläubiger, darf aber Ihre Interessen auch nicht verletzten und muss sich an die gesetzlichen Grundlagen halten.

Welches Einkommen verbleibt mir während der Privatinsolvenz?

Ihr Einkommen berechnet sich bei einem abhängig Beschäftigten nach der aktuellen Pfändungstabelle. Ihr pfändbares Einkommen können Sie mit unserem Pfändungsrechner ermitteln.

Was passiert, wenn ich eine Erbschaft erhalte?

Wenn Sie im eröffneten Verfahren der Privatinsolvenz eine Erbschaft antreten, fällt der gesamte Wert der Erbschaft in die Insolvenzmasse. Wenn Sie sich in der Restschuldbefreiungsphase des Verfahrens befinden, fällt die Hälfte der Erbschaft in die Insolvenzmasse.

Wird mein Partner/Ehepartner/Kind in Haftung genommen, wenn ich Privatinsolvenz beantrage?

Kinder, Ehepartner oder Partner haften nicht, wenn Sie Privatinsolvenz beantragen, es sei denn, Verträge, aus denen die Schulden resultieren, haben Sie gemeinsam unterschrieben. Nur im Hinblick auf die Gerichtskosten besteht eine Ausnahme. Ausnahmsweise muss der Ehepartner für die Gerichtskosten von ca. 1500,00 € aufkommen, wenn dieser abzüglich seiner monatlichen Ausgaben noch genügend Einkommen zur Verfügung hat.

Verliere ich im Fall der Privatinsolvenz mein Haus?

Wenn Sie Ihre Kreditraten für das Haus aus dem unpfändbaren Einkommen weiter bezahlen und der Wert des Hauses die Restsumme des Kredites nicht überschreitet, verlieren Sie Ihr Haus nicht.

Verliere ich im Fall der Privatinsolvenz mein Auto?

Ein finanziertes Auto, deren Restschuldensumme den Wert des Fahrzeuges übersteigt, kann Ihnen nicht weggenommen werden, ebenso ein Leasingfahrzeug. Sie können ohne Probleme aus Ihrem unpfändbaren Einkommen die Raten weiter bezahlen. Wenn Ihr Fahrzeug nicht finanziert ist und einen Wert von ca. 2500,00 € nicht übersteigt und Sie dieses für Ihre Erwerbstätigkeit benötigen, können Sie es ebenfalls behalten.

Darf ich bei Privatinsolvenz ein eigenes Konto haben?

Sie dürfen auch im Fall einer Privatinsolvenz ein eigenes Konto haben, dieses ist sogar empfehlenswert. Lassen Sie das Konto unbedingt in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln.

Was passiert, wenn ich Gläubiger vergessen habe?

Wenn Sie einen Gläubiger vergessen haben, muss man zwischen den einzelnen Verfahrensabschnitten unterscheiden. Vor Eröffnung des Verfahrens sollten Sie unbedingt das Gläubigerverzeichnis erneuern, mit dem Hinweis, dass Sie den Gläubiger vergessen haben. Ab Eröffnung des Verfahrens bis zur Aufhebung ist es ein wenig problematischer.

Wissen Sie von einem zusätzlichen Gläubiger nichts und meldet sich dieser erst nach Aufhebung des Verfahrens, so hat der Gläubiger quasi Pech gehabt. Seine Forderung wird auch von der Restschuldbefreiung erfasst, es sei denn, die Forderung ist nach Eröffnung des Verfahrens entstanden. Meldet sich ein Gläubiger in dieser Phase bei Gericht, kann es passieren, dass Ihnen die Restschuldbefreiung versagt wird, wenn der Gläubiger grob fahrlässig nicht mit angegeben wurde.

Werden Unterhaltschulden erlassen?

Unterhaltschulden aus der Vergangenheit, also rückständiger Unterhalt wird erlassen, sofern der Unterhaltsgläubiger keinen gesonderten Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung stellt. An diesen Antrag sind jedoch hohe Anforderungen für den Gläubiger geknüpft. Er muss z.B. nachweisen, dass Sie Unterhalt trotz Zahlungsfähigkeit vorsätzlich oder grob fahrlässig nicht gezahlt haben. Für laufenden Unterhalt gibt es keine Restschuldbefreiung.

Muss ich die Gerichtskosten für die Privatinsolvenz selbst aufbringen?

Wenn Sie einen Antrag auf Kostenstundung stellen und kein verwertbares Vermögen besitzen, müssen Sie die Gerichtskosten nicht aufbringen. Hat auch Ihr Ehepartner kein allzu hohes Einkommen oder kein Vermögen, kann auch dieser nicht zur Kostentragung heran gezogen werden.

Kann ich mich gegen ungünstige Gerichtsentscheidungen wehren?

Ja, das können Sie! Wenn ein für Sie ungünstiger Beschluss erlassen wurde, haben Sie die Möglichkeit innerhalb von 14 Tagen, beginnend ab Zustellung des Beschlusses, sofortige Beschwerde einzulegen.

Darf ich mir die Gläubiger aussuchen, die an der Privatinsolvenz teilnehmen sollen?

Nein, das dürfen Sie nicht! Alle Ihnen bekannten Gläubiger sind im Gläubigerverzeichnis aufzuführen. Wenn Sie z.B. Ratenzahlungen an einen bestimmten Gläubiger bezahlen, kann eine Gläubigerbenachteiligung vorliegen. Der Insolvenzverwalter kann diese Zahlungen anfechten. Ausnahmen gibt es z.B., wenn Sie aus Ihrem unpfändbaren Einkommen die Rate für das Haus oder das Auto weiter bezahlen.

Wichtig

Achtung!
Gesetzesänderung zum 01.07.2014

Im Juli 2014 tritt die Reform der Verbraucherinsolvenz in Kraft. Informieren Sie sich jetzt über die entsprechenden Änderungen und was die Reform für Sie bedeutet.

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