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Allgemeine Erläuterungen zum Verbraucherinsolvenzverfahren

Haben Sie schon einmal über einen Insolvenzantrag nachgedacht? Was das ist, wer es beantragen kann, welche Kosten auf Sie zukommen und wie ein Insolvenzverfahren überhaupt funktioniert? Lesen Sie hier die Antworten auf diese Fragen.


Was ist ein Insolvenzverfahren und wer kann es beantragen?

Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten des Insolvenzverfahrens unterschieden: dem Regelinsolvenzverfahren und dem vereinfachten Insolvenzverfahren.

Grob umrissen wird das Regelinsolvenzverfahren bei juristischen Personen, z.B. Firmen, angewandt. Das vereinfachte Insolvenzverfahren, auch Verbraucherinsolvenzverfahren genannt, kommt dagegen für alle natürlichen Personen infrage, die aktuell nicht selbstständig sind und weniger als 20 Gläubiger haben. Aber auch natürliche Personen, die vormals selbstständig waren, gegen die aber keine Forderungen aus Arbeitsverhältnissen (etwa Lohnforderungen oder offene Sozialabgaben) bestehen, können ein Verbraucherinsolvenzverfahren beantragen, wenn sie weniger als 20 Gläubiger haben.

Wie funktioniert ein Verbraucherinsolvenzverfahren?

Das Ziel eines Verbraucherinsolvenzverfahrens ist die Erteilung der Restschuldbefreiung, mit der der Schuldner von beinahe allen vor dem Insolvenzverfahren eingegangenen Verbindlichkeiten befreit wird, sie also nicht mehr bedienen muss.

Der entsprechende Antrag auf Erteilung des Insolvenzverfahrens muss bereits mit dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim zuständigen Insolvenzgericht gestellt werden. Das Insolvenzgericht prüft die Zulässigkeit der Anträge und eröffnet bei Vorliegen der notwendigen Voraussetzungen das Insolvenzverfahren. Gleichzeitig wird ein Treuhänder für das Insolvenzverfahren bestellt.

Dieser fordert alle bekannten Gläubiger auf, ihre Forderungen anzumelden und nachzuweisen, damit diese bei einem vom Insolvenzgericht bestimmten Stichtermin geprüft werden können.

Gleichzeitig ermittelt der Treuhänder die Vermögenswerte des Schuldners, etwa pfändbare Lohnanteile, Grundstückseigentum, Sparguthaben etc. Soweit diese pfändbar sind, wird das Vermögen verwertet und fließt in die sogenannte Insolvenzmasse. Nach Abschluss der Verwertungshandlungen und abschließender Prüfung aller angemeldeten Forderungen wird das Insolvenzverfahren abgeschlossen. Aus der Insolvenzmasse werden vorrangig die Kosten des Insolvenzverfahrens befriedigt, der verbleibende Teil der Masse wird mit derselben Quote auf die Gläubiger verteilt.

Anschließend beginnt der zweite Abschnitt des Insolvenzverfahrens: die sogenannte Wohlverhaltensphase.

In der Regel dauert ein Insolvenzverfahren 6 Jahre ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Die Kosten

Die Verfahrenskosten können erst nach Abschluss des Verfahrens beziffert werden. Für den Treuhänder im laufenden Insolvenzverfahren fallen mindestens 600 € zzgl. weiterer Kosten für Mehrwertsteuer, Auslagen etc. an. Je nach Anzahl der am Verfahren beteiligten Gläubiger kann eine Erhöhung der Gebühren entstehen. Hinzu kommen die Gerichtskosten. Während der Wohlverhaltensphase erhält der Treuhänder eine Vergütung von jährlich 100 € zzgl. Mehrwertsteuer.

Jeder Schuldner kann mit seinem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzantrages einen Antrag auf Verfahrenskostenstundung stellen. Durch die Stundung werden die Verfahrenskosten erst nach Erteilung der Restschuldbefreiung fällig